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Digitales Tagebuch / 2004 - ?

Monat: April 2010

Wave Gotik treffen 2010

Es hätte alles so schön werden können. Nach einigem Hin und Her wurde es dann  Gewissheit als ich gestern den Klausurenplan gesehen habe: ich kann nicht auf’s WGT. Nachdem ich 2006 das letzte Mal da war, habe ich dieses Jahr vor Weihnachten ein Doppelzimmer mit Dusche geserviert. Nina würde glaube ich sogar gerne hin. Mit mir. Und ich schreibe in der Woche nach dem WGT von Dienstag bis Freitag alle Klausuren. ALLE. Ganz toll. Ich bin da schon ziemlich frustriert. Vor allem, weil wir wirklich ein schönes Zimmer in einer schnuckeligen Pension in Leipzig hätten.

Ehrlich gesagt ist mir ziemlich zum Heulen. Und es würde mich schon fuchsen hinzufahren. Trotz Klausuren. Verdammt.

Hier eine Liste mit Dingen, für die ich jeweils einen Trauertag verbringen werde:

  • Urlaub mit Nina
  • Bierchen im Biergarten der Pension trinken
  • Mal wieder eine knappe Woche am Stück aufgerüscht sein, mit verschiedenen Stufen
  • Spaziergang rund um’s Völkerschlachtdenkmal
  • Tram fahren in einer Tram voller Goths
  • Leipzig voller Goths
  • Familientreffen mit Augsburgern, Berlinern und anderen Fernfreunden
  • Met und Musik im heidnischen Dorf
  • leckeres Frühstück in der Pension
  • Bands
    • Alien Sex Fiend
    • Kirlian Camera
    • Lola Angst
    • Orange Sector
    • Pink Turns Blue
    • Sex Gang Children
    • Sol Invictus
    • Sonne Hagal
    • The Klinik
    • The Vision Bleak
    • (Welle:Erdball)
    • X Marks the Pedwalk
    • Zeromancer

Running – Berlin 2010

Vergangenes Wochenende war ich in Berlin. Zum einen weil dort das ARDevCamp stattfand, zum anderen um meine beiden Berliners zu sehen und dann natürlich doch irgendwie um mich abzulenken. “Get some fresh air” würde der Engländer dazu sagen.

2010-04-25 15.27.44Die Hinfahrt war etwas abenteuerlich, hat trotz wenig Verkehr lang gedauert. Vielleicht einfach deshalb erwähnenswert, da ich zum ersten Mal mit einer Mitfahrgelegenheit gefahren bin. War okay, ist irgendwie was ganz eigenes. Die Rückfahrt war super, gerne wieder. =) Ich gebe die Nummer auch weiter, falls mal wer wochenends nach Berlin will. Okay, man sollte kein Problem haben auch mal 200 zu fahren, aber das war für mich so vollkommen okay. ^^

Bei den Berliners war es sehr schön. Die Wohnung, Frühstück, Essen, labern, Musik hören, Wein usw.. Neben dem durchaus bequemen Bettsofa und der Frischluft in Berlin habe ich wohl auch deshalb gut geschlafen (okay, Sonntag war einschlafen ein Problem), weil es sich mit einer kleinen Miu auf den Beinen/dem Bauch/dem Rücken wirklich gut schläft. So ein Schnurrtier will ich auch!

Besonders erwähnen möchte ich noch meinen Besuch in der C-Base. Der Hammer. Und nette Leute. Und Club Mate. *yummiee* Leider musste ich so schnell wieder weg, so dass es nicht mehr zum Coden gereicht hat ^^

Anbei noch ein paar Impressionen. Sozusagen die Rosinen. =)2010-04-25 15.27.362010-04-25 13.13.32

 

 

   

 

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Die letzten 3 Aufnahmen habe ich in der C-Base gemacht. =) An dieser Stelle viele Grüße an die Jungs dort!!!

69qm sind doch ganz schön viel.

Ich sitze alleine an meinem  (?) Schreibtisch, die Ratten im Käfig knuspern, ich wollte lernen und kann mich nicht konzentrieren. Morgen habe ich einen Mörder-Tag vor mir und ich sollte bald schlafen. Ich bin hungrig, aber mich kriegen in die Küche keine 10 Pferde. Überhaupt vergrabe ich mich gleich unter dem Schreibtisch. Mindestens. Hoffentlich kann ich am Wochenende in Berlin mal länger als 3h pro Nacht schlafen. Verdient und nötig hab ich es. So langsam macht mein Körper schlapp, da kann auch meine neue Frisur nicht davon ablenken.

Etwas poetisch werde ich nun auch.

Hallo Nacht,
wärme mich, ich friere.
Halte mich, ich falle.
Flüstere, meinen Lieben,
ich habe sie lieb,
Wärme, Taten und Worte,
Sie soll es gut haben.

Placebo – Breath Underwater

Here comes another fall from grace,
I’m always falling on my face.
This attitude that I embrace,
With a love I’m trying to replace.
Try to kill this song,
‘Cause the melody’s all wrong.
And there’s a feaver, comin’ on.

It’s hard to reconcile,
What I’ve become.
With the wounded child,
Hiding deep inside.

Breathe underwater,
I’m comin’ up for air!
I wanna see another dawn,
Comin’ up for air!
Sick of the slaughter,
I’m comin’ up for air!
‘Cause I’ve floating here too long.

Take my ego for a ride,
‘Cause there’s nobody by my side.
It’s getting hard to justify.
And it won’t be long ’til I collide.
My weakness is laid bare,
As people stop and stare.
But It’s the last time, I swear.

It’s hard to reconcile,
What I’ve become.
With the wounded child,
Hiding deep inside.

Breathe underwater,
I’m comin’ up for air!
I wanna see another dawn,
Comin’ up for air!
S-i-ck of the slaughter,
I’m comin’ up for air!
‘Cause I’ve floating here too long.

Stop breathing…
Stop breathing…
Stop breathing…
Stop breathing!
Breathe underwater,
I’m comin’ up for air!
I wanna see another dawn,
Comin’ up for air!
Sick of the slaughter,
I’m comin’ up for air!
‘Cause I’ve floating here too long.
I’m coming, I’m coming… ,
I’m coming, ‘ coming…
Comin’ up for air…
Comin’ up for air!

Eigentlich…

…wollte ich heute einen besonders kraftstrotzenden, wohlfühligen, positiven Blogeintrag schreiben. Das mag mir nicht gelingen, das schwarze Loch, es ist einfach zu groß. Für ganz viel herzlich gemeinte Grüße an alle Leser_innen dieses Blogs reicht das Licht noch.

Musik des Tages:

Evelyn Evelyn – Love Will Tear Us Apart
Pogo – Wonderland
Unheilig – Neuland
Christy Moore – Black is the Colour

Einer dieser Tage

Heute ist wieder einer “dieser Tage”. Ich habe gut geschlafen, mal keine Nackenschmerzen, alles ist gut, ich habe einen riesen Topf aus Dingen, denen ich meine Aufmerksamkeit widmen kann und ich nichts davon ist so dringend, dass ich es unbedingt machen müsste.
Also eigentlich alles im Lot.
Und trotzdem möchte ich mich heute eingraben, nicht hier an der tristen DH sein. Triste Menschen, triste Gebäude. Die Sehnsucht nach zuhause bleibt.
Ich wüsste nicht, was ich ohne mein Zuhause machen würde. Das wissen, dass ich einen Ort habe, der “mir” gehört (er gehört genau so Nina und dadurch uns, mir fällt nur kein besseres Wort als “gehören” ein), den ich mit dem Menschen teile, den ich liebe, der der Wurzelballen ist, der mich am Boden hält.
Ich weiß nicht, ob andere Menschen sich ähnlich fühlen, aber so gerne ich mich in einer technischen, bebauten, urbanen Umwelt bewege und so verrückt auf Computer, Internet und all so’n Zeug bin, so sehr brauche ich ein “Nest”, das mehr kann als Technik, Beton und so. Mit Platz für Gefühle, Bücher, Musik, Liebe, Leben, Kaffee, Tee und die Füße hochlegen, eine Ratte auf den Schoß nehmen und versuchen nicht in die Finger gezwickt/gebissen (Napfi und Rucola kommen aus dem Tierheim und finden Finger irgendwie schlimm, Handrücken und die Hand an sich nicht) zu werden.
Ich habe so einen Ort, so einen Menschen, mit dem ich den Ort teile, mein Leben teile. Ich bin so froh. So sehr. Allein das Schreiben darüber macht dieses gestresste, gehetzte, unwohlige Gefühl, das mich wieder häufiger beschleicht, wenn ich an der Uni bin, unwichtig, belanglos fast.

Danke an das Nest auf dem Herrenberg, danke an die Frau im Nest auf dem Herrenberg, der mein Herz gehört.

Und danke an mich für die Erkenntnis, das es einfach wichtig ist, manchmal einen Schritt zurück zu gehen, alles zu betrachten als das, was es ist und Dinge als das zu entlarven, was sie sind.

Für mehr Frauen mit 3-tage-Bart und Männern mit Lippenstift

Durch einen Link bei der Mädchenmannschaft bin ich auf einen Blogeintrag bei feministing.org aufmerksam geworden.

Erst kurz zum Inhalt: Die Verfasserin macht sich an Hand eines Beispiels (sie schminkt sich im Bad während ihr Freund neben ebenfalls im Badezimmer ist) Gedanken  über “performing gender”, also geschlechtsstereotypisches Rollenverhalten – so würde ich das jetzt einfach mal frei übersetzen.

Nachdem mich Nina immer mehr auf Stereotypen, Sexismus und Frauenhass hinweist, fällt mir selbst immer mehr auf, wie sehr auch ich rational natürlich ziemlich bescheuerte Geschlechterstereotype durchziehe.

Beispiele gefällig?
Es ist morgens, ich stehe um halb sieben auf, gehe ins Bad, putze Zähne, schaue in den Spiegel. Mein unrasiertes Ich schaut mich aus müden Augen an. Ich denke darüber nach, dass ich mich a) dringend rasieren und b) Waschgel benutzen und c) meine Haut eincremen sollte. “Neee, ach so ein 3-Tage-Bart schaut doch cool aus.” denkt sich das faule Benny-Ich. Klar, so ein GEPFLEGTER 3-Tage-Bart kann schon auch mal gut aussehen, Männlich und so. Nina fand das schon mal gut.
In diesem Moment bin ich aber nicht einer der “gepflegter 3-Tage-Bart-Typen”, sondern einer der “zu faul sich ein bisschen Mühe mit sich zu geben”-Typen. Doch halt, ich unterwerfe mich nicht dem Zwang immer gepflegt und geschniegelt zu sein. “Also alles im grünen Bereich.”´, echot wieder das Benny-Ich in meinem Kopf.
Jetzt kommt aber der nächste, interessante Punkt: Würde Nina das auch so machen? Während ich mein Gesicht mit Waschgel reinige versuche ich mich in sie hineinzudenken. "Never”. Klar gibt es bei Frau Tage mit weniger Schminke im Gesicht, morgens beim Aufwachen und beim Rumgammeln auf der Couch ist Nina auch mal ungeschminkt. Da haben wir’s “auch mal”. Sie macht also voll mit.
Unter 40min im Bad ist bei Nina nichts zu machen. Und ich? Ich stehe vielleicht mal Wochenende oder vor einem Date mit Nina eine Stunde im Bad.

Je länger ich darüber nachdenke finde ich den geschilderten Aspekt verwerflicher. Wieso gibt es die Stereotype, die einem überall vorgelebt werden und die man selbst, meist ohne es sich bewusst zu sein, lebt. Frau immer gepflegt, Mann Grundpflege plus Ungepflegtheitsfaktor X.

Ist es, weil wir Kerle immer nur harte, ungewaschene Cowboys sein müssen und weil Frau nur als Prinzessin toll ist?
Wisst ihr was, ihr könnt mich. Schminkflintenmunitionshersteller, Männlichkeitscowboyfaschisten, fickt euch!

Ich will Frauen mit 3-Tage-Bart, Männer mit “natural look”-Lippenstift und Concealer. Menschen, die Menschen sind. So wie sie es sich selbst aussuchen. Keine Roboter, die von Plakaten lächeln.

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