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Digitales Tagebuch / 2004 - ?

Monat: August 2010

Neuwohnungsmusik

So, passend zur neuen Wohnung, habe ich mir letzte Woche spontan eine neue, gebrauchte CD gekauft. Im allerherzigsten 2nd-Hand-Shop Stuttgarts, dem Obscür (www.obscur.de). Es ist die Scheibe „Northern Lights“ von Silke Bischoff. Eine meiner absoluten, Allzeitlieblingsbands. Jetzt habe ich alle alle alle Silke Bischoff CDs. Ich würde ja schon gerne wissen, wer von den Lesern Witze darüber macht, dass ich noch CDs kaufe und höre. Mir ist noch nie wohl geworden MP3s oder sonstwie rein virtuelle Musik zu kaufen. Ja, ich schreibe hier „virtuell“, weil ich damit ausdrücken möchte, dass ich ganz klar eine Grenze zwischen Dateien aus Onlineläden und einer CD mache. Ja, für mich sind das Booklet und die Haptik wichtig. Genau deshalb mag ich CDs so. ich mag es, wie das Plastik knarzt, wenn man eine CD aus der Hülle nimmt. Ich mag es im Booklet zu lesen und so. Rippen kann ich mir das dann für unterwegs immer noch. Es gibt aber auch Musik, die ich unterwegs kaum höre, weil die Texte wichtig sind, oder die Musik anspruchsvoll ist oder wenig bekömmlich, oder sonstwas. Es mag sein, dass ich da an etwas festhalte, das keine Zukunft hat. Andererseits glaube ich, dass es gerade durch so seltsame Leute wie mich immer CDs geben wird – okay, nicht für „immer“, aber sehr lange -, genau wie es noch viele LP-Freunde gibt. LPs mag ich im Übrigen auch, leider ist mein Vorverstärker für meinen Plattenspieler kaputt. =/

Für mehr CDs und LPs bei Rotwein und Kerzenschein. Räucherstäbchen und Patchouli nicht vergessen. Wer kommt mal zum Musikhören?! =)

Benny

Umzugsnachwehenfieber

So, nach ein paar Tagen „offline“ wird es nun wieder Zeit ein wenig Text in den Rachen meines kleinen Blogs zu werfen, damit es den gerade so schön angesetzten Speck nicht gleich wieder verliert. 😉 Es soll doch ein wohlgenährtes kleines Blog sein und bleiben. In jedem Fall  aber ein Blogeintrag. Juchuh!
Letztes Wochenende war das große Umzugswochenende. Also die Tage davor waren voller Kistenpacken, dann am Freitag zuerst ich, dann am Samstag Nina umziehen und dann wieder alles einräumen. Zwischendurch noch mit ein paar Lieben meinen Geburtstag feiern und dann wieder weiter einräumen.
Der Zwischenstand bisher lautet: 90% eingeräumt, es ist unmöglich ohne Dübel Bilder aufzuhängen (massive Stahlbetonwände) – weshalb die Wände nackt sind -, noch eine Hand voll Dinge an der Wohnung müssen von meinen Vermietern gerichtet werden, wenn sie aus dem Urlaub zurückkommen, die Geschirrspülmaschine gehört dazu – weshalb ich schon ganz schwielige Hände vom Abwaschen habe -, in meinem Futon (Euphemismus für Matratze plus Lattenrost ohne Bett) schläft es sich super, Ninas Wohnung ist erst zu 30% eingeräumt, bisher lag ich noch nie alleine in meiner neuen Wohnung im Bett, in meiner Wohnung wird es relativ frisch, wenn es draußen nur 15 Grad hat, da draußen sind viele Jagd-/Hauswinkelspinnen – die ich natürlich heldenhaft bekämpfe -, ich gieße gerne den Garten meiner Vermieter, so lange die im Urlaub sind und man braucht auf meiner kleinen Terrasse zu gewissen Zeiten doch einen Sonnenschirm, wenn man auf dem vorderen Stuhl sitzt. Postkartenmotive aller Ecken meiner Wohnung mache ich bei Gelegenheit, wenn ich die letzten 2 Umzugskartons eingeräumt habe. Oh, und der Kühlschrank kommt erst kommende Woche, weshalb das Essen etwas einseitig ist. ^^
Was das angeht ist doch also alles totaaaaalalalalalal cool.
Morgen geht auch die Arbeit wieder los, mal gucken wie‘s so wird. Ich bin ja total hinterher mit meinem Projekt, also irgendwie muss das in 3 Wochen fertig sein und ich bin noch nicht mal bei 50%, sondern eher so 40%. Dooooooooooof. Naja, ich darf mich wohl einfach nicht verrückt machen lassen. Dumm nur, dass ich mich immer verrückt machen lasse. Zumindest meistens. Deshalb geht es morgen früh auch erst mal ins Fitnessstudio. Ganz genau, ich mache Fitness und so. Schweiß und so. ^^ Aber es macht Spaß, ich nehme meine Informatikersesselfurzerkilos ab und tu was gegen das „Mitte 20 und Vollkrüpel“-Syndrom.
Grüße in die Sonntagnacht.
Benny

Heute hat der Abend ideal begonnen. Ein wundervolles spontanes Nickerchen auf der Couch während ich versucht habe das erste Mal seit langem Simpsons zu schauen, ein nettes Telefonat mit meinen künftigen Vermietern mit guten Nachrichten (ich bekomme eine reparierte Geschirrspühlmaschine in meine kleine Einliegerwohnung – YESS!) und ich telefoniere 10 Minuten mit Nina, wir haben uns ganz offensichtlich unglaublich gern, wir vermissen uns (ganz genau, liebste Nina, ich vermisse dich!) und wir gehen beide heute Abend zu Freunden/mit Freunden weg. Dann gehe ich natürlich viel zu spät los, bekomme trotzdem meinen Bus und bin schreibaktiv für mein Blog. Das soll je schließlich wieder etwas Fleisch auf die Rippen bekommen.

ICH WILL JA NICHT EINER VON DENEN SEIN, DIE BEI TWITTER AKTIV WERDEN UND DANN MIT DEM BLOGGEN AUFHÖREN! 😉

Oh, und iTunes spielt gerade einen „Song“ eines früheren Deutschlehrers von mir, der selbst literarisch tätig ist. Ich zitiere „am Tag meiner Beerdigung, zerfällt die Welt in Pferdedung“. XD Nein im Ernst, teilweise echt ziemlich abgefahren, aber gar nicht schlecht.

Manchmal, so irgendwie

Ja, da überrascht mich die Welt irgendwie. Genau gesagt meine Freunde. Zuerst bin ich viel zu beschäftigt mich zu melden – schlimm, kommt aber manchmal vor -, dann wieder schiebe ich es – wie so oft – lange lange vor mir her und dann, ja, dann traue ich mich nicht und rufe nicht an weil ich schon so lange nicht mehr angerufen habe. Und genau dann jedenfalls (ha, schon wieder „dann“!) rufen genau die Leute an, weil sie was von mir wollen oder sich für mich interessieren und ihnen ging es dann genau wie mir. Ich merke in solchen Momenten, dass ich nicht so alleine dastehe wie ich manchmal denke oder fühle. Fühle genau. Wieder einer dieser Automatismen, die ich mir „zugelegt“ habe. Also nicht, dass ich fühle, sondern eher das Gefühl des „Alleinseins“. Dieses Blog ist ja voll davon. Das hat so auch seine Berechtigung, aber in der Intensität ist es oft einfach zu krass, oder ich vergesse einfach, dass da noch andere Leute sind. Leute, denen ich nicht egal bin, die an mich denken. Am Sonntag wurde ich jedenfalls angerufen und *zack*, ich bin ja gar nicht alleine. Heureka, welch bahnbrechende Erkenntnis. Nein im Ernst, manchmal ist das wirklich ein „Heureka!“ wert.Letztendlich ist es wohl so, dass da ein paar echt liebe Leute in der Welt herumgeistern, die an mich denken, so wie ich auch an sie denke. Eigentlich wirklich einfach. Nur manchmal, so irgendwie, da ist das nicht so einfach.

Nun fahre ich nach Stuttgart, zum wilden Momo(@derwildemomo), wo es bestimmt nett ist. In meinem Rucksack ist eine Flasche Wein und bestimmt werde ich dort nette Menschen treffen. Mal schauen, wie es so wird. =) Heute ist mein erster Urlaubstag. Wegen Umzug ist das alles natürlich erst mal nicht so relaxed wie ein Urlaub normalerweise wäre. Aber nächste Woche dann.

Nachtruf

Hallo Nacht,

ich sitze an meinem Schreibtisch in der alten Wohnung. Nina sitzt auf dem Sofa und schaut fern. Hier steht alles voller Umzugskartons und in nicht mal einer Woche wird diese Wohnung ganz leer sein. Am Wochenende feiere ich noch meinen Geburtstag und dann ist irgendwie alles hier so fast vorbei. Eigentlich ändert sich nicht so viel zu dem, wie es jetzt schon ist, aber irgend doch nicht nur eine Kleinigkeit. So fühlt es sich zumindest an. Komisch irgendwie. Es ist so eine Mischung aus Wehmut, Vorfreude, Traurigkeit und Aufregung. Komisch.

Jetzt werde ich Dr. Who ansehen und mit Nina kuscheln. Für sie ist das alles hier bestimmt auch nicht einfach. =)

1000 Küsse an Nina, euch allen gute Nacht und dir, liebe Nacht, wünsche ich viel Ruhe und so. Was man halt der Nacht so wünscht.

PS: was für ein seltsamer Blogeintrag, so beim 2. Durchlesen. Ich lasse den aber einfach mal so.

Tübingen

Jedes Mal, wenn ich in Tübingen bin, meistens mit Nina oder auf dem Weg zu ihr oder dem Psychomann, muss ich natürlich an die Zeit „früher“ denken. Immerhin habe ich fast 4 Jahre in Tübingen studiert. Damit verknüpfe ich einige schöne, und auch einige doofe Erinnerungen. Gerade die negativste von allen, das Ende meines Studiums dort, war präsenter als die anderen Erinnerungen. Was ziemlich doof ist. Immerhin habe ich dort Freunde kennengelernt, die ich zum Teil immer noch habe. Zu manchen habe ich natürlich auch den Kontakt verloren, aber zu einigen auch nicht. Außerdem habe ich dort viel gelernt, gerade in der Anglistik. Ich möchte die Zeit dort nicht missen, war so doch unendlich intensiv und auch wichtig. Die Zeiten, in denen in der Cafete 20 Gruftis zusammengesessen sind werden zwar nicht wieder kommen, aber sie erinnern mich daran, dass ich durchaus dazu in der Lage bin soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Auch wenn das vielleicht doof klingt, ich weiß das manchmal nicht. Das war ganz selbstverständlich für mich, Freunde und Bekannte zu haben. Jetzt ist es das nicht immer. Was Tübingen natürlich auch besonders und schön macht ist, dass ich dort die kleine Frau kennengelernt hab. Naja, nicht so richtig, wir haben uns aber damals im „Saint‘s and Scholar‘s“ das erste Mal getroffen.

Zurück zum eigentlichen Gedanken: Tübingen, Erinnerungen und so. So vor 1,5 Jahren noch waren die negativen Erinnerungen an Tübingen schon ziemlich präsent, wenn ich dort war. So richtig merke ich das jetzt erst im Nachhinein. Irgendwie war ein bisschen immer auch dieses „da sind doofe Dinge passiert, da hast du versagt“-Gefühl dort. Klar, beim Rumknutschen mit Nina auf der Mauer am Neckar hab ich davon nichts gemerkt, aber so irgendwo im Hinterkopf ist dieses Gefühl glaube ich immer ein bisschen in seiner Kiste gegen die Wände gesprungen.

Jetzt, heute, wenn ich in Tübingen auf einer Parkbank am Bahnhof sitze (heißt das dann „Bahnhofsbank“ oder sagt man nur „Bank“? Ich wollte „Bank“ schreiben, aber das hat „ich sitze auf einer Bank“ irgendwie falsch geklungen), da springt das Gefühl nicht mehr gegen die Wände seiner Kiste. Die Kiste steht offen in mir rum, es kann immer raus, wenn es will, und wenn es rauskommt, bekommt es eine Umarmung. Dadurch wird Tübingen wieder zu dem, was es für mich ist, und was immer durch dieses eingesperrte, kleine, ausgegrenzte Gefühl „verdorben“ worden ist: der Ort, an dem ich studiert und viele tolle Leute treffen durfte. Der Ort, an dem ich Nina das erste Mal getroffen, geküsst und berührt habe. Der Ort, an dem ich mit Nina unzählige Male am Neckar gesessen oder in einer Kneipe schöne Momente verbracht habe. Ein ganz wichtiger und schöner Ort. Die Schattenseiten, wenn ich mal den etwas abgegriffenen Begriff benutzen darf, und das Gefühl aus der Kiste gehören dazu, werden aber auch geringer und bedeutungsloser, dass ich sie akzeptiere, zulasse und nicht mehr wie eine Fußfessel mit mir herumtrage. Das, was „früher“ war, sollte man auch mal gut sein lassen und zurücklassen, es ist vorbei. Ich für mich pflege das, was mir hilft und kraft gibt davon, und das, was mich traurig macht, das ist halt da und ich umarme es und knuddle es. Weniger und unwichtiger wird es dann von ganz alleine. Es kann ja auch nichts dafür, dass es so ein einsames, wütendes und enttäuschtes Gefühl ist.

Urlauberitis – Gesundheit ^^

Liebes Tagebuch,

Heut war ein ganz besonderer Tag. Nina und ich haben angefangen zusammen unsere Dinge in Kartons zu packen. Leider haben wir gar nicht genug Umzugskartons. Aber ein paar haben wir doch zusammengekriegt. Wir haben ausgemistet, jeder hat seine Sachen eingepackt, soweit es die Kartons zugelassen haben und ein paar Sachen aufgeteilt, die uns gemeinsam gehören, die aber natürlich nur einer von uns einpacken kann. Diese ganze Einpackerei war manchmal schön und manchmal auch etwas traurig, weil jetzt das Nest 1.0 aufgelöst wird. Dafür gibt es aber die Nester 1.11 und 1.12, die nur etwas mehr als 5 Minuten zu Fuß voneinander entfernt liegen. =)

Beim Zusammenpacken haben wir Bio-Cola von NOW! getrunken und es war sehr lecker und sehr schön.

Mein Wochenende war wirklich ganz Zauberhaft und unglaublich erholsam. Jetzt sitze ich bei Nina zuhause in der Pampa auf dem Bett, Nina spielt „Pflanzen gegen Zombies“ und wir spielen gleich „Risen“ und essen ganz leckere Bio-Hähnchenschlegel und -Flügel und dann sind wir kugelrund und freuen uns.
Ich freue mich da jetzt schon drauf.

Ich habe mir übrigens zwei Krankheiten eingefangen. Eine schöne und eine schlimme Krankheit. Die schöne Krankheit ist die Urlauberitis. Ich habe 10 Tage Urlaub, die ich zunächst für den Umzug und dann für Ausruhen und Urlaub benutzen werde. ^^ Die schlimme/doofe Krankheit ist mein Husten. Ich bekomme leicht Husten und der geht so schnell auch nicht weg. Meistens ist er nicht so arg schlimm, aber dafür so lange da, bis er schlimm wird, weil ich dann denke, dass ich gar nicht viel Husten habe. Meistens merke ich das nur beim Aufwachen und wenn ich schlecht Luft bekomme. Nina hat schon Medikamente für mich hingerichtet, damit der blöde Husten schnell weggeht. *freu* Ich habe eine ganz wundervolle Nina.

Jetzt wünsche ich dir noch ein schönes Restwochenende, liebes Tagebuch und bis bald

dein Benny

Sommertage

Ein irreführender Titel eines Blogeintrages, ich weiß. Aber er passt ganz gut. Mit Sommer assoziiere ich Dinge wie Sonne, Lebendigkeit, Wärme, grüne Natur, Urlaub. Letzteres kommt leider etwas arg zu kurz, da ich einfach so viele Dinge tun muss. Umziehen, Projektarbeit fertig machen und abgeben, im September Prüfungen. Dinge die ich tun will sind: meinen Geburtstag feiern, mit Nina ein paar Tage wegfahren, Freunde treffen. In diesem Spannungsfeld bewege ich mich gerade. Irgendwie ziemlich anstrengend und schwierig. *uff* Dabei wünsche ich mir so sehr “Ferien”. Letzten Endes werde ich den August “durchpowern” und dann im September versuchen ein paar Tage freizuschaufeln. Dazu muss ja sowas wie Disziplin leben. Darin besteht die eigentliche Herausforderung.

Wünscht mir Erfolg. Bitte. Ich habe ihn verdient. Ganz wirklich.

Darf man das so eigentlich von sich so ganz unerklärt behaupten?

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