[E]lektroJung[E]

Digitales Tagebuch / 2004 - ?

Monat: Oktober 2010

Und was geht sonst so – Lebenszeichen in Episoden

Einleitung:

Mein letzter Blogeintrag war ja recht lange und sehr technisch und hatte nur einen kleinen persönlichen Touch. Deshalb möchte ich nun einen persönlicheren, „normalen“ Blogeintrag hinterherschieben.
Irgendwie ist es natürlich sehr mutig von mir – naja, eigentlich nicht – hier über Technik und so zu schreiben und dann eigentlich aber zu weiten Teilen doch sehr persönlichen Kram zu schreiben und hier stehen zu haben und dann ab und an auf Twitter auf dieses Blog zu verlinken. Ich habe für mich aber eine Vereinbarung mit mir selbst, auf die mich letztlich Nina gebracht hat. Auf mein Blog bezogen bedeutet diese Vereinbarung, dass ich mich als der Mensch präsentiere und zeige, der ich bin. Soll heißen: keine 2 Identitäten „Job-Benny“ und „Freizeit-Benny“. Ich halte eine gewisse Trennung von Arbeit und Freizeit schon für wichtig, vor allem, da sonst viel Arbeit mit in die Freizeit wandert und auf Dauer sehr anstrengend wird. Das ist aber letztlich nur eine Frage der persönlichen Disziplin und des Verstandes, abschalten sollte bzw. muss eigentlich jeder Mal. Ich meine damit aber, dass ich mir keine zweite Identität aufbaue, jeder darf wissen, dass es dieses Blog gibt und dass ich hier als Privatperson schreibe. Wer damit, auch ein Arbeitgeber, ein Problem hat, der, nun ja, ich finde das nicht angemessen. Privatsache und so. Meinen Job mache ich ja trotzdem.

Episode 1: Erfolg

Diese Woche kam elektronische Post von den Organisatoren der OOP 2011, einer großen IT-Konferenz in München. Ich werde zusammen mit dem Stefan (@onlythoughtwork) einen 1-Stündigen Vortrag halten und bin jetzt, wenn ich so daran denke, schon ganz aufgeregt. Immerhin zahlen die Teilnehmer sehr viel Geld um dort hin zu gehen. Wie ihr merkt bin ich da schon ziemlich stolz drauf, dass meine Einreichung angenommen worden ist. Irgendwie ist das fast surreal. Mein Chef wusste bis vor kurzem nichts davon und hat es dann bei einem Treffen aller Mitarbeiter erwähnt, was ich dann doch etwas unangenehm finde. So ganz geheuer ist mir das dann doch nicht und ich mache das ja zu Hauptteil nur weil es mir Spaß macht und nicht, weil ich das für mein Ego brauche, oder sonstwas.

Episode 2: Universität

Die Uni hat angefangen. Das gleiche hässliche Ambiente wie früher, neue, nur mäßig bequemere Stühle und die gleichen Leute, bis auf.. ach lassen wir das. Besser es ist, junger Padawan.
Jedenfalls steht wenig Programmiererei, viel Softwarearchitektur und sonstiger „Theoriekram“ an. Ich habe Organisationspsychologie belegt, was zwar wenig neues bringt, aber immerhin auch mal ganz nett zu hören ist. Schon etwas merkwürdig, dass da Leute von Anfang 20 sitzen, die noch nie was von Sigmund Freud gehört haben bzw. für die Psychoanalyse ein neues Wort in ihrem Wortschatz bedeutet. Aber nun ja, jetzt werde ich ja gleich wieder so negativ. Tssss.
Ich arbeite künftig mit einem meiner Kommilitonen an der anstehend Studienarbeit – das Thema bekomme ich erst nächste Woche wirklich genehmigt – und ich freu mich schon sehr auf neue Dinge und viel neues Zeug lernen und so. Mal sehen, welches unserer gelisteten Themen wir bekommen. Die Wahrscheinlichkeit für ein „Mobile“-Thema ist jedenfalls groß. Ich hoffe sehr sehr sehr darauf. Bisher bin ich ganz gut motiviert und freue mich auf das Semester, auch wenn ich wieder Prolog lernen darf. Raaaaaah. PROLOG!

Episode 3: Das Nest am Bambuswald

So heißt meine Wohnung nun für mich. Der Eingang ist nämlich neben einem riesenhaften Bambusbaumstrauchgedings und neben zahlreichen Blättern, die ich immer wieder wegfegen darf bzw. die ich in meine Wohnung trage, weil das gute Gehölz die Dinger verliert, schaut es auch noch gut aus. Nicht schlecht, oder? Immerhin hängt auch das erste Bild schon, eines der Batman-Bilder, die mir Nina geschenkt hat, und ich habe bis auf über dem Esstisch ganz viele herrliche Lampen. In der Küche bzw. bei meiner Küchenzeile, bei der auch der Esstisch steht, befindet sich noch eine einsame Glühbirne an der Decke, aber das ändert sich noch. Genau wie die fehlenden Poster und Bilder an der Wand. Aber wie schon gesagt. Wird sich alles demnächst ändern.

Episode 4: Wochenende

Das Wochenende rückt nahe, morgen Abend geht es in ’s Paradox nach Lubu, danach wohl zu meinen Eltern und am Sonntag ist Vortragserstellung mit Momo angesagt – oder auch nicht, aber das lassen wir auch lieber. Gleich gehe ich mit Nina einen leckeren Kaffee trinken, zu dem sie mich einladen will und wir werden Haare färbe und einen wudnervollen, erholsamen Abend haben. Morgen ist tagsüber noch nichts geplant, aber mal gucken. Ich habe von einer englischen Teestube beim Tag der Offfenen Türe an ihrer Schule gehört.Hmmmm Tee. 😉

Episode 5: DJ

Ha, ich habe die ersten beiden DJ-Dates seit über einem Jahr ausgemacht. Im Club Paradox ind Ludwigsburg am 30.10. nach dem Konzert von Frozen Plasma und am 31.12. zur Silvesterparty. Jetzt muss ich nur noch eine Seite dazu bauen oder so oder mich bei Myspace doch wieder anmelden, aber das will ich eigentlich nun wirklich nicht machen. Ich tendiere ja zu einem extra WordPress mit den Playlists vom alten Uni und so. Nix großes. Mal gucken. =) Mehr news dann halt hier.

Ich und der Apfel – Der Sündenfall und so

Jetzt schreibe ich es also wirklich. Mein Erfahrungsbericht über den Apfelrechner. Ewig angekündigt und dann immer wieder verschoben.

Ich habe ja bestimmt 6 Wochen lang recherchiert, überlegt, wieder überlegt und wieder Tests und Reviews gelesen. Und irgendwann Ende August dann ein MacBook Pro mit Intel i7 Prozessor gekauft. Als Ausstellungsmodel und mit dem Wissen in der Hand, dass bei einem direkten Konkurrenten der Preis recht niedrig (relativ gesehen natürlich) war konnte ich immerhin 400,- Preisnachlass raushandeln. Auch gut. Trotzdem viel Holz für ein Laptop. Dabei mag ich Apple und seine Einstellung gegenüber Entwicklern, Konsumenten, Firmen und ach überhaupt, ICH WILL DOCH KEIN MACBOOK kaufen!

So, technische Details und Tests könnt ihr woanders lesen, ich schreibe einen kurzen, subjektiven Erfahrungsbericht, nicht mehr und nicht weniger.

Wofür das Ding?

  • Anwendungsentwicklung, Programmierung, Texte schreiben, Präsentationen erstellen und halten, surfen, zocken (ja auch dafür!). Dafür. Und das alles bei einer Laufzeit über 5 Stunden und tragbar sollte das Ding auch noch sein, sowie ein höher auflösendes Display haben (mind. 1400 in der Horizontalen bei 15 Zoll Bildschirmgröße).

Und wie ist es nun so?

  • Ich hatte zuerst ja Bedenken wegen Mac OS X, aber ich muss sagen, nach 2-3 Tagen möchte ich nicht mehr mit ctrl + c kopieren, sondern kopiere mit cmd + v. Der einzige wirklich nervige Aspekt der Bedienung des Apfelbuchs ist die meiner Meinung nach nicht sonderlich praktische Position der geschweiften Klammern, die man als Programmierer doch etwas öfter benötigt. Ansonsten ist die Bedienung des Betriebssystems einfach nur intuitiv und gut.
  • Wenn man Linux mag, dann ist das Terminal echt ein super Werkzeug. Wirklich.
  • Die Laufzeit hängt natürlich von der Nutzung ab. Mit Schreiben, Surfen und ab und an einem Video im Web komme ich auf um die 6-7 Stunden. Beim Entwickeln mit Eclipse und diversen Servern im Hintergrund sind mindestens 5 Stunden drin. WLAN, Infrarot und die Tastenbeleuchtung ist dabei an und wird automatisch geregelt. Beim reinen Filmschauen von DVD komme ich auf etwas über 6 Stunden. Beim Zocken unter Windows  7 bin ich bei um 3 Stunden geblieben, allerdings habe ich das nur 2 Mal gemacht.
  • Die autmoatische Anpassung von Tastatur- und Bildschirmhelligkeit ist im Übrigen super, man muss schlicht einfach nicht darauf achten. Um die Akkulaufzeit zu erhöhen habe ich bisher noch nie die Helligkeit angepasst.
  • Mitschleppen musste ich das Macbook schon mehrfach, ist mit 2,4kg nicht gerade das leichteste Gerät, aber für ein 15 Zoll Laptop doch nicht schlecht. Im Vergleich mit meinem 3kg Thinkpad-Prügel jedenfalls finde ich es wirklich leicht und auch bemerkenswert dünn. Etwas relativiert sich das in der Praxis durch die Schutzhülle, die ich dafür gekauft habe und das Macbook wieder auf 3cm Dicke bringt, aber die müsste ich ja auch nicht benutzen.
  • Die Auflösung von 1440×900 Pixeln war ein Grund das Laptop zu kaufen. Zunächst wollte ich die höhere Auflösung wählen, als Entwickler kann man nie genug Platz für seine IDE haben. Allerdings habe ich mich dann aus Gründen der Ergonomie dagegen entschieden. Der Grund ist, dass ich das Laptop ja auch als Desktop-Ersatz nutzen, also sehr viel davor sitze und gerade Texte und Programmcode sind mit der hohen Auflösung von 1680 Pixeln in der Breite einfach zu klein. Aus diesem Grund, sowie aufgrund der geringen Akkulaufzeiten, sind die ganzen Consumer-Geräte gleich von vornherein rausgeflogen.
  • Die Tastatur ist im Grunde über jeden Zweifel erhaben, es ist allerdings aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Apple-Tastatur handeln etwas Umgewöhnung nötig. Hatte ich ja bereits erwähnt.
  • Das Multitouchpad ist einfach der Hammer. Die Gesten sind, wenn man sie mal benutzt hat, wirklich hilfreich, eine Maus benutze ich nur noch zum Zocken, selbst wenn sie angeschlossen neben dem Laptop liegt.
  • Zocken tu ich auf dem Ding ja auch. Allerdings unter Windows 7, das ich per Bootcamp installiert habe. Die Performance ist super, allerdings bin ich kein hardcore Spieler, sondern zocke halt gerne Rollenspiele. Derzeit ist es „Dragon Age:Origins“, das in der maximalen Detailstufe läuft und nicht ein Stück ruckelt. Mal sehen, vielleicht komme ich mal dazu Crysis zu installieren, dann können wir ja sehen, allerdings ist der Grafikchip sicherlich kein High-End-Notebook-Grafikchip, sondern gute Mittelklasse.
  • Wo ich gerade Bootcamp erwähne: die Installation von Windows ist so leicht, dass ich davon behaupten würde, dass sie so narrensicher abläuft und beschrieben ist, dass man kaum was falsch machen kann, solange man die Doku bzw. die Anweisungen liest.
  • Die harte Kante an der Vorderseite nervt bei längerem Tippen doch ziemlich, besonders wenn man nur kurze Ärmel hat.
  • Ich habe das Spiegeldisplay, da es das matte Display nur mit der höheren Auflösung gibt und es nochmals X,- € extra kostet. Durch das sehr helle Display sind Reflexionen im Grunde relativ gut verhinderbar, allerdings sind sie dennoch vorhanden. Wer da etwas empfindlich ist sollte da vielleicht mal einen Feldversuch mit dem Macbook eines Freundes wagen. Ich habe aber den Eindruck, dass das Display an sich weniger spiegelt als zum Beispiel das Display meines alten Samsung Laptops.
  • Die USB-Ports sind sicherlich zu wenig, 2 Stück. Ich habe bisher keine Probleme bekommen, allerdings ist denkbar, dass der eine oder andere Nutzer vielleicht eine portable Festplatte nutzen möchte, die 2 USB-Ports braucht. Die Ports wären also belegt und UMTS-Sticks o.ä. müssten warten, bis man die Platte nicht mehr benötigt.
  • Das CD-Laufwerk ist relativ laut, zumindest nach meinem Empfinden und im Vergleich zu den beiden anderen Geräten, die ich zum Vergleich habe (mein Thinkpad von der Arbeit und Ninas Acer Notebook) sind definitiv leiser.
  • Warm wird das Gerät selbst bei dauernder Belastung (zocken unter Windows) nicht besonders. Natürlich wird es auf der linken Seite warm (dort sitzt wohl der Prozessor und die Grafikkarte), allerdings haben sich bisher alle anderen Notebooks, die ich besessen habe, wesentlich stärker erwärmt.
  • Softwareseitig ist das Angebot verglichen mit einem Windows Rechner eingeschränkter und häufig findet man nur kostenpflichtige Software (zum Beispiel für eine Software-Firewall). Allerdings habe ich das Gefühl – und hier bediene ich Stereotype -, dass siche die Entwickler der Software mehr Gedanken über die UI machen und die Software generell einem höheren Qualitätsstandard entspricht.
  • Adapter sind ein leidiges Thema. Das Macbook nutzt einen Mini-DVI Anschluss für Monitore. Adapter liegen nicht bei, kosten ein Schweinegeld und werden bisher kaum von anderen, günstigen Herstellern angeboten. Einfach nur frech.
  • Das „office Paket“ von Apple, iWork ist sicherlich in einigen Bereichen MS Office unterlegen, allerdings muss ich sagen, dass die Handhabung sehr gut ist und man mit Keynote einfach wesentlich schickere Präsentationen machen kann. Dumm nur, dass das Ding auch wieder Geld kostet.
  • Die Entwicklung für iOS ist möglich. Für Otto Normalverbraucher sicherlich egal, für mich zumindest nicht unwichtig.

Letztendlich kann ich für mich nur sagen, dass sich der Kauf des Macbook Pro 15 i7 für mich gelohnt hat. Meiner Meinung ist das Gerät fast ohne Konkurrenz, vielleicht noch am Ehesten das HP Envy 15. Geräte mit vergleichbarer Leistung sind meist schwerer, halten ohne Steckdose nicht so lange durch oder haben sonst einen Nachteil. Von Sony und Toshiba gibt es ebenfalls noch sehr leistungsfähige Geräte, die sicherlich in der gleichen Preisregion liegen, ich habe mich dann für das Macbook entschieden, da man damit auch für das iOS entwickeln kann, und billiger wären die am ehesten als Konkurrenten zu bezeichnenden Geräte eben auch nicht gewesen.

Back @ Uni

Ich bin wieder an der Uni. Juchuuu. Nein im Ernst. Dieses Semester wird es wohl nicht wirklich viele interessante Vorlesungen geben. Trotzdem bin ich motiviert, endlich mal Zeit was mobiles zu entwickeln. =) Außerdem fallen diese Woche noch einige Vorlesungen aus.

Die Mittagspause gestern – mit einem Kommilitonen auf dem Schlossplatz in der Sonne sitzen und quatschen – werde ich so, oder so ähnlich beibehalten. Etwas mehr Lockerheit und trotzdem ach etwas mehr diszipliniertes Handeln, damit ich besser, effektiver lernen, und trotzdem mehr Freizeit haben kann.

So, nun höre ich auch wieder der Vorlesung zu =)

Grüße aus dem dunklen, nagelneu möblierten Hörsal.

Benny

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