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Digitales Tagebuch / 2004 - ?

Monat: November 2010

Mittagspausenmusikpost

Mittagspause. Musik. Da. Oha, und da ich die Bands „Deux“ und „Siglo XX“ bis gestern kaum bzw. nicht kannte ein dickes Dankeschön an Sascha. Danke. =)

Let it snow

Heute (25.11.) fiel in Herrenberg der erste Schnee. Als ich gestern Nacht noch nach draußen gehe um das Grablicht aus dem Kürbisgeist an der Straße zu nehmen graupelt es schon. Heute morgen dann der erste Schnee in Herrenberg. Nur ein wenig, so als ob es für die richtige Puderzuckerdecke noch nicht genug Puderzucker gab. Aber immerhin sind die Felder, Wiesen und Streuobstwiesen vor meiner Haustüre weiß. Auch der Bambuswald ist weiß. Wurde ja auch Zeit. Hallo Winter!

The door must not close

Wow. Wieder mal so eine Zeit, in der sich so alles noch mal so richtig aufbäumt, so richtig wilde Wellen schlägt. Das Wasser bricht sich an der steilen Klippe, Bruchstücke des Festlands stürzen ins Meer. Du betrittst die Türschwelle, machst einen Schritt raus in die Welt und ein Windstoß reißt dir die Mütze vom Kopf, weht sie von der Klippe runter ins Meer und anstelle der gemäßigten Briese peitscht dir Graupel mit Windstärke 8 ins Gesicht. Die Wassernadeln stechen richtig schön.

So etwa sieht mein Leben gerade aus. So kurz vor Weihnachten. Es gibt noch keine Weihnachtsdeko, die Prüfungsphase beginnt eigentlich erst so richtig kommende Woche und ich eigentlich müsste es doch laufen.
Dummerweise sind die Wurzeln zur alten Wohnung noch immer nicht gekappt. Makler, ich sag es euch. Nie wieder einen Makler auf der anderen Seite haben. Echt nicht. Aber das treten wir hier nicht weiter aus.

Stattdessen lieber ein Foto meines Kürbisgeistes, der am Eingang zum Bambuswald so rumsteht und zeigt, dass da doch noch ein weiterer Briefkasten ist, eine weitere Klingel und ein weiteres Leben. Eigentlich zwei. Eigentlich fast drei, denn das Zuhause beim Bambuswald soll gefälligst auch ein bisschen das von Nina sein. Aber eigentlich meinte ich damit auch noch die kleine Maus, die in ihrem Käfig gerade so süß an ihrem Verband nagt, obwohl sie das doch nicht soll. Sie hat einen echt fies entzündeten Fuß, und das Aufstechen beim Tierarzt hat es auch nicht wirklich besser gemacht. Leider. Deshalb gibt es 2 Mal am Tag Jodsalbe und diese Woche noch irgendwann einen weiteren Tierarztbesuch. Arme Napfi.

Jedenfalls möchte ich am liebsten wieder mal einen Schritt zurück, von der Türschwelle weg, zurück in das warme Haus, die Türe schließen. Vielleicht nicht die Decke über den Kopf, aber zumindest hoffen, dass die Telefonleitungen vom Sturm gekappt werden. So, dass auch die letzte Kommunikation nach außen nicht funktioniert, nicht funktionieren kann, nicht soll. Was dann passieren würde, ist klar, die Wände kommen näher, die Decke, Bewegung wird zum Kampf, zum Aufbäumen, zum Stillstand. Ruhe. Stagnation. Das wird und darf nicht geschehen, ich weiß es. Ein Glück ist Nina dabei eine große Hilfe, ob mit Tee, Nudeln und Gesprächen, oder mit sanften Arschtritten, leisen Kniffen in die weiche Bauchseite unter den Panzer. Das macht es leichter wieder auf die sturmbraustosende, Eiswassernadelseite zu gehen. Alles auszuhalten, den Wind die Haare zerzausen zu lassen und zu lachen. Denn jeder Sturm geht mal vorbei…

Feierabendvideo

Bis halb 11 vor dem Rechner sitzen und lernen. *uff* Heute habe ich mir den Feierabend malwieder reichlich verdient. Jetzt gibt es Tee, eine warme Decke und dieses Video. Gute Nacht. (Video via @zebramaedchen)

Wired, Heise und so.

Ich lese ja gerade Mädchenmannschaftsbuch. So. Nina ist ja schon lang neofeministisch (keine Ahnung ob es diese Terminologie gibt, ich jedenfalls finde ihn passend) interessiert und erzählt mir immer wieder von so Zeugs und Themen und wir diskutieren ja da auch regelmäßig drüber. Zum Beispiel darüber, dass ich ja für Heise Developer einen Veranstaltungsbericht geschrieben hatte. Darüber schreibe ich diese Woche nochmals extra. Jedenfalls hatte ich in einem Satz als Kritik erwähnt, dass es wünschenswert wäre, wenn bei den Google Developer Days auch gezielter Frauen gefördert und eingeladen werden würden. Dieser Satz wurde entfernt. Den Rest denkt euch lieber…

In diesem Kontext schockiert mich das sonst so gute Wired Magazine (es ist so mehr oder weniger DAS Tech-Magazin aus den USA).

Gefunden habe ich das bei Techland HIER. Auf der Wired-Seite schaut das SO aus. Ich heule gleich mal einen Wok voll, mit Kotze. Der kritische Blogpost einer amerikanischen Assistent-Professorin an einer amerikanischen Universität KLICK.

Familienplanung und so.

Nina denkt ja gerade viel über Studium und die Wahl des Faches nach. Im gleichen Atemzug denke ich über meine berufliche Zukunft nach. Wo bewerbe ich mich, wo nicht? Oder bleibe ich in Sindelfingen? Master oder doch erst mal arbeiten? Was für Qualifikationen fehlen mir noch? Gleichzeitig ist natürlich irgendwo die Frage, wo Nina weiter zur Schule geht und dann studiert. Mir ist das eigentlich fast egal, ich komme eh mit. Das nun folgende Thema hängt ganz klar am gleichen Zopf wie die berufliche Lebenssituationsstrudelportion. Hm. Ich lese das Buch der Mädels (kann ich das nun überhaupt so schreiben) von der Mädchenmannschaft (maedchenmannschaft.net). Es heißt „Alphamädchen“ und beschäftigt sich mit neuen, aktuellem, jungem Feminismus und Themen, die eigentlich jeden jungen Menschen betreffen oder besser betreffen sollten, weil Feminismus alle angeht. Ich jedenfalls gehöre zu der Sorte Mann, die gerne mal Kinder haben möchte und die sehr gerne auch mal 1 Jahr oder 2 zuhause bleiben würde. Sowas ist jetzt nicht total ungewöhnlich, findet in der Praxis aber kaum Anwendung, da Frauen einfach tierisch schlechter bezahlt werden als Männer. Einfach so. Spricht: der Mann ist Hauptverdiener (meistens) und deshalb bleibt automatisch die geringer verdienende Frau zuhause. Kann das mir egal sein? Nein, es ist ungerecht. Ungerecht gegenüber den Frauen, die für gleiche Arbeit weniger Geld bezahlt wird, die vom System in die Mutterrolle gedrängt werden, aber auch ungerecht gegenüber den Männern, die in das Klischee vom Ernährer der Familie gedrückt werden, die automatisch weniger Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen können. Ich will mich damit nicht abfinden. Und da ich ein vorausschauender Mensch bin, werde ich mir einen Arbeitgeber suchen, der mir die flexiblen Arbeitsbedingungen bietet, die ich und später mal meine Familie braucht. Ein Arbeitgeber, der nicht dumm aus der Wäsche schaut, wenn der Mann in den Erziehungsurlaub geht und mich dann doch durch die Hintertüre rauswirft, sollte ich es wagen länger als 2 Wochen wegen eines neu geborenen Kindes nicht zur Arbeit erscheinen zu wollen.

Ich arbeite ja in der IT und dort ist ja immer alles besonders Fortschrittlich, Gleitzeit ist weit verbreitet, es gibt flexible und arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeitmodelle, usw.. Wieso dann, so frage ich mich, ist in meinem ITler Bekanntenkreis dann niemand, der länger als 3 Monate bei seiner jungen Familie bleibt? Wieso sind es nur die Partnerinnen, die daheim bei Kind und Herd bleiben? Genau, wegen der Kohle. Der Mann verdient mehr als de Frau und schon landet des eigentlich emanzipierte, feministische Paar im traditionellen Rollenverhältnis, weil es das System so will. Und viel zu wenige Männer und wohl leider auch Frauen versuchen es in der Praxis nicht zu ändern. Das muss doch anders werden, oder nicht?! (ich frage rhetorisch)

Lebenssituationsstrudel mit Vanillesoße und heißen Himbeeren

Endlich wieder mal ein Blogeintrag. Vielleicht hat das ja auch mit meinem Gezwitscher auf Twitter zu tun, dass ich weniger hier in mein Blog schreibe. Ich glaube sogar, dass das ganz sicher der Fall ist. Gleichzeitig habe ich ja still und heimlich meine DJ-Seite online gestellt (www.visions-noires.de) und wenn man den ganzen Tag am Rechner verbringt hat man manchmal auch einfach keine Lust mehr Texte in den Rechner zu tippen. Ich zumindest. Zudem läuft neben dem schon relativ stressigen Studium noch so einiges ab, dass auch nicht von schlechten Eltern ist. Da wären Events mit der Stuttgart GTUG (immerhin war das letzte Event zu 90% meine Arbeit – ohne jetzt jemandem was absprechen zu wollen), mein erster DJ-Date seit Anfang des Jahres, Ärger mit der alten Wohnung, und so weiter eben. Leben hoch zwei und ein kleines bisschen mehr Wahnsinn als sonst.

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