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Digitales Tagebuch / 2004 - ?

Monat: Dezember 2013

Frohe Weihnachten

Weihnachten – Feiertage

Dieses Jahr geschieht das unfassbare 😉 – weder ich noch Nina sind krank. Letztes Jahr lag die Liebste mit knapp 40 Fieber flach, während ich das kranke Ninchen gepflegt habe. Was ich wirklich gerne tat.

Fireside Large

Fireside Large

Doch dieses Jahr können wir Weihnachten 1. in unserer gemeinsamen Wohnung genießen, und 2. können wir gemeinsam die notwendigen Dinge besorgen.
Wobei wir das alles ja ziemlich ruhig angehen. Zum Beispiel mit Feuer auf der Terrasse und heißem Apfelsaft mit Zimt und Whiskey im Tonbecher.
Ich verstehe dieses Weihnachtsgestresse einfach nicht. Dabei tendiere ich ja auch zum “ich renne rum, ich bin bereit, ich renne rum”-Modus. Aber ich rede mir mit einigem Selbstbewusstsein zu Recht ein, dass ich kein Weihanchtsstresser bin. Wir schenken uns gegenseitig was, bereits vor Wochen bestellt, unsere Familien bekommen was Selbstgemachtes, wir waren am Samstag den Weihnachtsbaum besorgen (sie ist klein, eine Nordmanntanne und heißt “Wendy”), haben über unseren Biolieferservice und am Freitag im Edeka die ganzen grundlegenden Dinge besorgt und gestern und heute nur Kleinigkeiten zu Fuß erledigt (was angesichts der Lage unserer Wohnung auch nicht sooooo schwierig war).
Gestern Abend wanderte Wendy in die Wohnung, nachher wird geschmückt und wir haben heute Morgen erst mal gediegen 2 Stunden auf der Couch gelümmelt.

Also: erst mal Chillen, ihr Lieben, und genießt die Feiertage! Frohe Weihnachten an euch alle!

Benny

PS: für alle wie mich, die Weihnachten selbst nicht in einem direkten religiösen Kontext betrachten (sondern die christlichen und heidnischen Wurzeln kennen und als Teil des Ganzen sehen), so wie ich, passt der Wunsch „Frohe Weihnachten“ dennoch sehr gut für das, was Weihnachten für mich ist. Einige Tage „weg“ vom Alltag, leckeres Essen, Rituale, die einem wohlige Gefühle bescheren, Zeit mit der Familie und/oder Freunden….

Lagerfeuer

Lagerfeuer

Ich sitze auf dem Terrasse und habe den Feuerkorb mit einem Schwedenfeuer befüllt. Zuerst tranken Nina und ich Bier und nun sitze ich alleine auf der Terrasse. Die Geräusche des Weihnachtsmarkts dringen leise an mein Ohr, mein Atem ist ob der Temperatur sichtbar und neben mir auf dem Stuhl, auf dem bis gerade eben Nina saß steht eine Flasche Heineken, eine Packung After Eight und eine Schachtel Domino Steine.
Letzte Woche war sehr anstrengend und zum Glück war das Wochenende nicht nur geschäftigt, sondern auch ruhig. Gerade heute.
Auschlafen.
Computer spielen.
Spazieren gehen.
Glühwein.
Lángos.
Ein kaputtes Waschbecken – ich war “gar nicht” schusselig und warf eine Parfümflasche auf das Waschbecken. Olé olé, Haftpflichtversicherung!.
Bier und Feuerkorb.

Bei aller Rastlosigkeit und dem in den letzten Wochen doch irgendwie abhanden gekommenen Selbstvertrauen hilft mir mein Hafen hier in der Altstadt sehr.

Wo wir gerade beim Thema sind. Ich habe immer noch nicht rausgefunden, wieso mir mein Selbstbewusstsein fehlt. Wieso nur?!
Es war da, so sehr, so toll.
Und seit einigen Tagen – oder doch 2–3 Wochen?! – ist es wieder am Arsch. So völlig. In Arbeitsdingen, in Beziehungsdingen, in allem fehlt mir irgendwie so der “ich bin ein toller Typ”-Drive.
Vielleicht wegen 1–2 Fehler auf der Arbeit?
Vielleicht wegen einem neuen Kollegen?
Vielleicht weil mein………..?
Vielleicht weil ich nach wie vor nicht perfekt bin und ich aber so viel unerledigtes Zeug gerne erledigt hätte?
Ist es also doch wieder nur mein Perfektionismus, der mich unglücklich macht und ich sollte einfach lockerer sein?

Wer weiß?

Und irgendwie kann ich ja doch auch Schönes genießen, wieso also diese Traurigkeit?

Ich bin und bleibe kompliziert. Also: dranbleiben liebe LeserInnen, vielleicht ist ja im Jahre 10 des Bestehens dieses Blogs doch eine Antwort am Start…..

Lángos

Lángos

Als Kind aß ich Lángos (eine Brotspezialität aus Ungarn – sagt die Wikipedia) immer zu genau zwei Gelegenheiten. Entweder, wenn Krämermarkt in Asperg auf dem Kirchplatz war, oder auf dem Weihnachtsmarkt, der auch auf dem Kirchplatz stattfand bzw. immer noch dort stattfindet. In meiner Erinnerung waren das riesige, teigige Fladen, die ich zu Beginn meiner Erinnnerungen kaum ganz schaffte. Als Teenager dann, zu Zeiten als ich noch kein Alkohol trank, aß ich manchmal zwei Lángos, damit ich wirklich satt war. Manchmal war mir dann, ob des ganzen Fetts, in dem die Teigfladen ausgebacken wurden, schlecht. Jedenfalls: riesige Teigdinger, die nach Knobnlauch und Käse schmeckten, und ich liebte das.
Zubereitet wurden die von einem – damals für mich – alten Mann, der einen sehr klischeehaften Akzent hatte er sagte immer “aaaaah, ein Lááááángooooosch fir deeeeen Juuuungeeen”.
Vorgestern aß ich das erste mal Seit etwa 15 Jahren wieder Lángos, dieses Mal auf dem Weihnachtsmarkt in Herrenberg. Sie waren nun klein, etwa kuchentellergroß,außen knackig-kross und innen miniminiminimal teigig. Sie schmeckten nach Knoblauch, Paprika/Chili und Käse und es gab sie – oh Wunder – auch mit Schmand und in süß.
Nun ist es Sonntag, und wenn ich mich nicht verzählt habe, habe ich bisher 4 (!!!) Lángos gegessen seit Freitag. Die Dinger schmechen noch viel besser als in der Erinnerung. Oder vielleicht schmecken sie wie in meiner Erinnerung und deshalb so viel besser?
Es ist seltsam, und schön, wie sehr Gerüche, Geschmäcker und Erfahrungen aus der Kindheit und Jugend im Hinterkopf warten und dann zack kommen sie mit einem Mal wieder vor. So präsent, wie nie zuvor.

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