Schmutzige Hände

Es tut so gut. Ich knie in feuchter Erde, mit einer kleinen dreckigen Harke in der Hand, ohne Gartenhandschuhe, die sind für Anfänger. Meine Hände sind braun, voller Erde, ich habe ein paar Kratzer vom Hängenbleiben in Rosensträuchern oder kleinen wütenden Stacheln, die irgendwo in der Erde auf mich warten, dass sie zustechen können. Der Hausrotschwanzmann singt um seine Partnerin, es riecht nach Gras, Erde und Natur. Ich bekämpfe den Efeu, und ich weiß nicht, ob ich ihn nun mag oder nicht, wie ich auch nicht recht zu einer Entscheidung komme, ob ich es nun “ordentlich” oder “wild” im Garten haben will. Wahrscheinlich beides und das ist gut.
Ich entdecke hinter unserem gelben Flieder eine Waldrebe, die irgendwann schon mal jemand hier geplanzt haben muss. Außerdem einen Mirabellenschössling und stelle fest, dass “unsere” Alpen-Waldrebe von letztem Jahr beginnt, Blüten zu bilden.
Über mir brummen zwei Hummeln und ich denke mir “was kann es eigentlich besseres geben?” und bevor ich an eine Antwort denken kann, ratsche ich mit unserer Nachbarin, harke danache in wenig weiter und erfreue mich daran, dass die Walderdbeeren sich überal ausbreiten, und gehe mit schmutzigen Fingern nach drinnen. Schaumbaden.
Ich komme in’s Schlafzimmer und Nina sagt, ich rieche nach Frühling und Garten.