[E]lektroJung[E]

Digitales Tagebuch / 2004 - ?

Monat: Januar 2015

Just… let go.

Der Moment hat viele Gesichter. Lachend. Weinend. Wütend. Verzerrt. Ganz klar. Der Moment denkt an morgen.

Die Zukunft hat viele Gesichter. Klar umrissen. Verschwommen. Sich mal schnell, mal langsam verändernd. Steinig. Gerade. Kurvig. Überkreuzt.

Der Moment sieht die Zukunft und freut, oder fürchtet sich vor ihr.

Lachend, weinend, wütend, klaren und verzerrt, schaut der Moment ängstlich, freundlich, freudig und ungewiss auf die Zukunft. Manchmal darüber sich selbst vergessend. Doch irgendwie gibt es sie, diese Zukunft.

Jetzt ist die Zukunft des gestrigen Moments, der Moment von heute. Lachend. Weinend. Wütend. Verzerrt. Ganz klar, verzerrt. Der Moment ist zur Zeit oft neu, ganz anders.

Ich lache viel. Alte und neue Menschen, Herzmenschen manchmal.

Der Moment ist gut, kostbar.

Die Zukunft des Moments jetzt ist viel weiß, so viel Freiheit, so viele Möglichkeiten.

Meine Wohnung sei so sehr leer, zu leer, hat mir jemand kürzlich gesagt. Ich fand, es wäre viel Platz, viel Freiheit.

Der Moment jetzt ist auch die Traurigkeit über die Zukunft von gestern, vom letzten Moment. Die Zukunft, die nie sein wird und nicht mehr sein durfte. Der Moment lacht dann nicht. Der Moment weint dann.

Der Moment, weiß, dass er loslassen muss. Damit der viele Platz, die viele Freiheit wirklich sein kann.

Loslassen.

 

 

Ich hatte ein Leben bestellt, per Overnight-Express, und jetzt ist es da.

Der letzte Eintrag endete mit dem “Wort” SCHR31.

In dem Song Jugendbewegungslosigkeit von New Days Delay heißt es:

Entschuldigung, ich hatte doch ein Leben bestellt, mit morgens immer fit sein und gute Taten vollbringen. Wo sind die Einhörner, die Traumprinzen und -prinzessinen? Die Nobelpreise und schnellen Autos, die noch dazu (nen) Elektromotor haben? Und die durchtanzten Nächte sind auch nicht mehr das, was man sich einmal vorgestellt hatte. Ich hatte doch ein Leben bestellt, schon vor meiner Geburt, ich hatte doch ein Leben bestellt! Man hat doch schon für mich reserviert…“

Die Menschen um mich haben – ausgehend vielleicht von meiner Wohnung – schon früher gemerkt, was ich jetzt merke. Ich habe ein Leben bestellt. Und jetzt ist es da. Wieder da?! War es jemals fort?
Ich denke nicht. Aber ich merkte es nicht mehr, dass es da war. Unterwegs sein. Wenig. Raum. Wenig. Frei.

Heute:
Die Einhörner fehlen, die durchtanzten Nächte sind durchredet, aber das ist auch mehr als etwas. Ich trage wieder einen Nasenring, ich herze Menschen, ich lache wohl viel und überhaupt. Es ist da, dieses Leben. Zeit, es auszupacken. Und für den Fall, dass ich es doch mal vergesse, habe ich mir ein paar Worte von Neil Gaiman eingerahmt. Falls der Schr31 wieder einen Moment hat.

 

 

Leinen los

Ein bisschen ist mein letzter Eintrag her. Es sollte einen Jahresabschlusspost geben. In der Hoffnung zu wissen wohin es nun mit mir geht, mit einem Blick zurück auf 2014 und einem Blick nach vorne auf das, was 2015 bringt.

Ich sitze in meiner nun etwas weniger leeren Wohnung (ich war bei Ikea…hm….yay?!). Sie ist so schön, sagen die Leute. Und so frei und leicht, mit viel Platz.
Viel Platz habe ich in meinem Leben nun. In meinem Leben, dass nun nur mich kennt. Selbst als sich abzeichnete, dass ich mit der Arbeit nicht planen würde können, war klar: es gibt einen Plan. Für’s Private. Mehr feiern. Mehr freisein. Meine Freunde sehen, sich sehr wahrscheinlich räumlich verändern. Hürden gab es zu überwinden. Alleine Wohnen. Fernbeziehung,… So kram eben, den man …
Lassen wir das.
Leinen los. Allein. Frei. Los, auf in’s neue Leben!
Ich beantworte Fragen, verneine, verweigere zu reden, rede dann manchmal doch.
Ich versuche dieses frei und leicht sehr, doch das, DIESES “frei” das bin ich nicht. Ich bin frei, frei und schwer.
Sch(wer)(f)rei.
Schrei.

Schr31.

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