Always at home, forever at sea …

So lautet das Motto der Octopus Bar, in der Corinna und ich kürzlich waren. Eine sehr coole Bar in jedem Fall und sowohl Cori als auch ich sind sehr in diesen Ort verliebt. Ihr solltet wirklich den Link klicken und die Legende des Oktopusses lesen. Aber darum soll es jetzt nicht gehen.
Sondern viel mehr darum, dass ich immer wieder an den Spruch denken muss. Weil er jetzt, da ich “weg von zuhause” wohne, natürlich immer wieder über dieses “Zuhause” nachdenke.
Ich fühle mich hier, in diesem “fremden Land” sehr zuhause. Ich benutze das Navi eigentlich nur mehr um zu entscheiden welchen der 2–3 mir bekannten Wege von A nach B ich benutze, oder um den Stau zu umgehen, nicht mehr, um an’s Ziel zu kommen.
Ich denke weniger darüber nach, wie ich meine Getränke bestelle, was ich zu meinen Kollegen sage. Nur träumen tu ich immer noch auf Deutsch. Was sicher auch damit zu tun hat, dass ich eben mit Cori Deutsch spreche.
„Zuhause“ ist also Sprache.
Zuhause ist ein Ort zum Wohlfühlen.
Zuhause sind andere Menschen.

Ein paar nette Menschen gibt es hier schon und wenn ich bzw. wir es nicht versemmeln werden sie auch Freunde werden. Da ist er dann aber, der einzige Moment, an dem das “alte” Zuhause manchmal fehlt. Menschen. Zum Glück gibt es das Internet und Facebook, und Skype – das ich viel zu wenig nutze um meine Freunde in Deutschland zu sehen – aber manchmal wäre eine Umarmung, ein Kuss oder ein Blick doch ganz nett.
Dennoch, dieses “zu Hause” ist weniger ein Ort, sonder eher eine Lebens- oder Denkweise, “mind set” sagt man auf Englisch. Gerade in Zeiten, in denen ich aus Deutschland oder auch hier in den USA sehr viel Beunruhigendes lese und sehe, wird mir das noch mehr bewusst:
Ich bin dort zuhause, wo ich mich entscheide zu leben, wo Menschen sind, die ich mag, wo die Natur so ist, wie ich mag, wo ich mich ausdrücken kann,… nicht dort, wo ich geboren bin.

Ich bin überall da zuhause, wo ich Freunde habe. Also überall. Always at home.
Wenn ich Menschen sehe, die nichts an dem, wer sie sind, was sie tun, wie sie leben, sie erleben oder was sehen, ändern möchten, wird mir klar, dass ich anders bin.
Nicht, dass ich alles (mich eingeschlossen), ändern möchte. Nein, nein. Ich finde, dass es immer etwas “anders” oder “besser” zu machen gibt. Und wenn nicht bei mir, dann bei anderen. Und wenn ich mich nicht verändere, wird es die Welt um mich herum sein, die sich verändert. Noch ein Grund mehr nicht stehen zu bleiben. Forever at sea.

Always at home, forever at sea. Ich mag den Spruch.